Natürlich haben Tiere auch Gefühle, was dachtest du denn?
Schaut uns an, wie wir unsere Emotionen ausdrücken. Freude, Trauer und auch Wut
drücken wir in dem Moment aus, in dem wir sie empfinden. Da gibt es kein
Haltbarkeitsdatum. Von uns könnt ihr noch etwas lernen – denn ihr habt immer
noch etwas Tierhaftes in euch. Egal, wie sehr ihr auch versucht, euch von uns
zu distanzieren. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es gewisse
Ähnlichkeiten zwischen den akustischen Signalen von Tieren in der Paarungszeit
und menschlichem „Liebesgeflüster“ gibt. Lustig, oder? Ende Januar, Anfang
Februar, wenn die Tage wieder länger und die Nächte kürzer werden, beginnen
Vögel aus voller Brust ihre Lieder zu schmettern. Und warum machen sie das,
nachdem sie eine ganze Weile nichts von sich haben hören lassen? Es ist der
Beginn der Paarungszeit, Weibchen werden stimmlich umworben, schließlich reicht
ein schickes Gefieder nicht immer aus. Andere Vögel-Jungs strotzen in einem
leuchtenden Rot hier, etwas Schwarz da und ein wenig Schimmerndes dort. Und
kennen wir nicht alle die Troubadoure, die versuchen mit ihrer Musik das Herz
der Angebeteten zu erobern? Welche Frau könnte schon einem so emotionalen
Liebeswerben widerstehen?
Und nicht nur ihr Menschen lacht. Orang-Utans grinsen,
prusten und biegen sich vor Lachen, wenn sie sich einen Spaß auf Kosten anderer
erlaubt haben. Nicht erst seit meiner Geschichte mit der Rutsche wisst ihr
wahrscheinlich auch, dass Hunde Spaß haben und herzhaft lachen können. Habt ihr
schon einmal ein Pferd lachen gehört? So ein Wiehern kann ziemlich ansteckend
sein – im Nu lacht die ganze Pferdebande!
Manche eurer Wissenschaftler bestreiten die Existenz
der Mutterliebe bei uns Tieren. Sie sollten mal Tiermütter im Umgang mit ihren
Jungen beobachten, dann würden sie etwas anderes wahrnehmen. Bei Tieren, die in
Herden oder Gemeinschaften leben, wie zum Beispiel den Kühen, existieren
bestimmte soziale Strukturen und emotionale Bindungen, die ein harmonisches
Zusammenleben gewährleisten. In einer englischen Zeitung, dem World Farming
Newsletter, wurde von einer englischen Jung Kuh, die Blacky hieß, berichtet.
Sie brach kurzerhand aus dem Bauernhof aus, an den sie gerade verkauft worden
war, um zu ihrem Kalb zurückzulaufen, das sich an einem für sie vollkommen
fremden Ort befand. Die junge Mutter sprang über eine Hecke, nachdem man sie
auf die Weide geführt hatte, und verschwand. Am nächsten Morgen fand man Blacky
zehn Kilometer entfernt bei ihrem Kalb, das zufrieden an ihrem Euter saugte.Alles Liebe
Nicole & Quissy
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