Beschwingt von unserem Abenteuer dackelte ich zur blauen
Eisenrutsche, um endlich zu rutschen. Kleingeister, die denken, dass man mich
die vielen Stufen hoch tragen musste. Selbst ist der Dackel – ganz alleine
kletterte ich die vielen Stufen hinauf. Die Nummer war absolut zirkusreif! Ganz
oben (nur, dass wir uns nicht missverstehen, wir reden hier wirklich von einer
riesigen Rutsche) angelangt, setzte ich mich auf meinen Hintern, streckte die
Vorderläufe nach vorne, stieß mich mit den Hinterbeinen ab und – rutschte los.
Ha, ein Dackel der mit fliegenden Ohren die Rutsche auf allen Vieren runter
rutscht und – lacht! Und gleich danach sauste Nicole hinter mir her – mit dem
Kopf zuerst, versteht sich! Ihr hättet uns sehen sollen, es war das reinste
Vergnügen – was für ein Spektakel.
Und all die Menschen, die ihren Augen nicht trauten, als sie
mich auf der Rutsche sahen. Es gab nichts, was mir einen solchen Riesenspass
machte wie das Rutschen. Es gab mir ein vollkommenes Gefühl von Freiheit, indem
ich über mich hinaus wuchs und tat, worauf ich mich am meisten freute. Fast wie
Fliegen! Vielleicht noch Eis essen – Schokolade oder Vanille waren meine
Lieblingssorten. Was für ein tolles Hundeleben. Den lieben langen Tag rumlaufen
und Abenteuer wie dieses erleben.
Das kleine Mädchen und ich waren ein Herz und eine Seele,
verstanden uns wortlos. Wenn sie, was manchmal vorkam, traurig war und weinte,
tröstete ich sie mit meinen Schlappohren, mit denen sie sich die Tränen
abwischte. Wir schliefen gemeinsam in einem Bett, sie oben und ich unten an
ihren Füssen. Ich liebte es, mich an ihrem Körper zu kuscheln und ihre Nähe und
Wärme zu spüren. Für sie war es genauso.
Sie hütete mich wie ihren Augapfel, trug mich jedes
Mal, wenn wir die Wohnung verließen, die drei Etagen auf ihren Armen herunter,
damit ich keine Dackellähmung bekam. Wo sie war, war auch ich, wenn es die
Umstände erlaubten. Ein Mal hat sie mich sogar mit in ihre Schule genommen, als
Haustiere im Unterricht durchgenommen wurden. Die anderen Kinder freuten sich
riesig, mich kennen zu lernen und streichelten mich unentwegt. Mir hat am
meisten Spaß gemacht, mit ihnen in der großen Pause auf dem Schulhof
rumzurennen. Ansonsten wartete ich jeden Tag sehnsüchtig darauf, dass Nicole
aus der Schule nach Hause kam, um mit mir durch die Gegend zu streifen, oder
einfach nur zu spielen. Sie fühlte sich sicher und geborgen mit mir. Der große
Bruder war oft gemein und liebte es, seine kleine ahnungslose Schwester fast zu
Tode zu erschrecken. Mit einem Knurren machte ich unmissverständlich klar, was
ich von der Sache hielt und manchmal hörte er auch auf mit dem Unfug. Überhaupt
konnte ich zur Riesenbestie mutieren, wenn jemand meinem Schützling
unaufgefordert zu nahe kam. Dann war Schluss mit dem freundlichen Dackel von
nebenan. Legt euch niemals mit einem wütenden Dackel an, ich sag´s euch!Alles Liebe
Nicole & Quissy
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